Donnerstag, 15. Mai 2008

Im Land der kurzen Kirchtürme – von Brundorf nach Braunsbach

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Von wegen Schwaben! Wir kamen zwar kurz hinter Rothenburg o. d. T. ganz unbemerkt nach Baden-Württemberg hinein und waren auf dem Weg nach Schwäbisch Hall, aber von Schwaben keine Spur! Die Gegend hieß Hohenlohe, und auch Tauberfranken las ich irgendwo, also immer noch Franken.

Die Franken waren ja einer der erfolgreichsten germanischen Stämme im Assimilieren anderer Völker. Ich las mal, dass mindestens die Hälfte von Deutschland Franken heißen müsste, und Frankreich heißt ja sowieso nach ihnen. Die verschiedenen Dialekte klangen teils Schwäbisch, teils noch nie gehört. Leider ergab sich nie die Gelegenheit, mal nachzufragen, wie das jeweilige Idiom hieß.

Während noch in Mittelfranken an jeder Ecke und hinter jeder Erhebung ein schlanker, spitzer Kirchturm uns den Weg ins nächste Dorf wies, schienen sie auf dieser Etappe völlig zu fehlen. Zuerst tauchten immer die roten Dächer der Häuser auf, und dann irgendwann sah man ihn, kurz, gedrungen, manchmal mit Zwiebeldach. Einmal bin ich schon halb an einer Kirche vorbei gewesen, wunderte mich noch über die bunten Glasfenster dieses großen Hauses, als ich den kleinen Reiter auf dem Dach bemerkte, ein Aufsatz, unter dem die Glocke hing.

Im ersten größeren Ort auf dieser Strecke, in Schrozberg wird dieser geniale demeter-Joghurt hergestellt, den es auch bei uns zu kaufen gibt. Mit echter Vanille und mit Mango… mjamjam. Die Molkerei lag allerdings ganz unspektakulär im Industriegebiet. Aber einen Becher davon habe ich mir im Supermarkt gekauft.

Da - plötzlich entdecken wir durchs Gebüsch einen Alien im Wald!
Ach nee, das ist bloß ein Imker, der mit seinen Bienen rummacht. Waldhonig schmeckt mir nicht so gut, der ist mir zu streng. Es ist im engeren Sinne auch gar kein Honig, sondern etwas, was die Bienen von den Tannenadeln absammeln. - - Nein! Igitt! Ich hab grad bei Wiki nachgeschaut. das sind zuckerhaltige Ausscheidungen von Blattläusen, die die Bienen einsammeln. Jetzt weiß ich, warum ich den nicht mag, bäh!

Der Hase putzte sich Minuten lang in aller Seelenruhe, bevor er uns bemerkte und ins nächste Gebüsch sprang. Eine weiße Hirschkuh sahen wir auch. Das war aber in einem Gehege im Wald, und die Hirsche verschwanden in eine nicht einsehbare Ecke als wir herankamen.

Hier versteckt sich die Sonne mal hinter einem toten Baum. Sonst hat sie den ganzen Tag auf uns herab geschienen. Also wandern bei Hitze ist ziemlich anstrengend. Deshalb sind die klassischen Wanderzeiten auch das Frühjahr und der Herbst.

Die Blindschleiche hatte sich auf den Weg gewagt, und als wir heran kamen, bewegte sie sich nicht mehr und ließ mich mit der Kamera ziemlich dicht herankommen. Sie war wohl der Meinung, wenn sie stillhält, sehen wir sie nicht. Als wir ein paar Meter weitergingen, begann sie sich zentimeterweise mit kleinen ruckartigen Bewegungen umzuwenden um so im bewachsenen Randstreifen verschwinden zu können. Die sind so wunderschön metallisch-bronzefarben. Im wilden Teil unseres Gartens haben wir auch viele davon. Aber so schön hatte sich mir noch keine präsentiert.

Eine neugierige Katze in Schrozberg, die mit erhobenem Schwanz angelaufen kam, als ich mir einen interessanten Vorgarten näher anschauen wollte. Natürlich habe ich sie auch gekrault, aber den Fotoapparat fand sie richtig spannend.

Ein Übernachtungsplatz ganz nah bei der Stadt im Vorbachtal. Gegen Morgen kamen Jugendliche vorbei, die Party im Wald gemacht hatten, und klopften uns gutgelaunt wach. So ergab sich für uns Langschläfer die Gelegenheit, die ersten Vögel singen zu hören.

Äpfel in Blüte

Ein Badesee


Blick von Langenburg auf Bächlingen

Rücklick auf Langenburg

und wieder hoch auf den nächsten Hügel

Blick über Braunsbach auf die A6-Talbrücke über dem Kochertal

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Beautiful!

Unknown hat gesagt…

wow eine anschauliche sammlung von bildern. den esel, der die treppe nicht hinauf mag, finde ich besonders gut!